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Testament

Was müssen sie bei einem Testament beachten? Was sollten Sie besser zu Lebzeiten regeln?

Soweit Sie ihr Testament nicht über einen Notar errichten, ist Folgendes zu beachten:

1) Ihr Testament schreiben Sie persönlich.

2) Sie müssen es handschriftlich und lesbar verfassen, mit Angaben zu Ort und mit dem Datum der Errichtung des Testamentes.

3) Ihr Testament muss von Ihnen unterschrieben werden, damit Ihr Testament gültig ist.


Nicht nur formal, sondern auch inhaltlich müssen Sie bei der Erstellung Ihres Testaments einige Dinge beachten.

Es ist wichtig, dass Sie Ihr Testament so klar und detailliert wie möglich verfassen, damit es nicht zu falschen Interpretationen und Streitigkeiten zwischen Ihren Angehörigen kommen kann.


(Die Rechtsschutzversicherung übernimmt zumeist die Rechtsanwaltskosten einer Erstberatung zur Errichtung eines Testaments!)

Muster für einfaches Testament ( handschriftlich zu erstellen )

 

Ich,..., geboren am... in..., wohnhaft in..., deutscher Staatsangehöriger, errichte nachfolgendes Testament:

Ich erkläre, dass ich nicht durch ein gemeinschaftliches Testament oder einen Erbvertrag an der Errichtung dieses Testaments gehindert bin. Hiermit hebe ich gleichzeitig alle bisher von mir errichteten Verfügungen von Todes wegen in vollem Umfang auf.

Ich setze zu meinem alleinigen Erben  meines gesamten Vermögens ein, ...

Sollten Zweifel über meine Testierfreiheit entstehen, so entbinde ich insoweit alle Ärzte, die mich behandelt haben und mich in Zukunft noch behandeln werden von ihrer ärztlichen Schweigepflicht.

 

Ort, Datum, Unterschrift


Ausschlagung der Erbschaft

 

Über eine Ausschlagung der Erbschaft sollten Sie nachdenken, wenn der Nachlass überschuldet ist. Eine Ausschlagung kann  aber auch dann sinnvoll sein, wenn ein Erbe selbst Schulden hat. Auf diese Weise kann er die Erbmasse einem anderen Angehörigen zukommen lassen und verhindern, dass Gläubiger darauf zugreifen.

 

Die Erklärung der Ausschlagung muss entweder zur Niederschrift des Nachlassgerichts erfolgen oder notariell beglaubigt werden. Zuständiges Nachlassgericht ist grundsätzlich das Nachlassgericht, in dessen Bezirk der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Die Ausschlagungserklärung kann aber auch von dem Nachlassgericht entgegengenommen werden, in dessen Bezirk der Ausschlagende seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (§ 344 Abs. 7 FamFG).

 

Eine Ausschlagung kann nur innerhalb von sechs Wochen erfolgen. Die Frist verlängert sich bei Auslandsbezug auf sechs Monate. Fristbeginn ist der Zeitpunkt, indem der Berechtigte von dem Todesfall und den Umständen seiner Erbenstellung Kenntnis erlangt.

Die Anfechtung der Ausschlagung

Nach § 1954 BGB kann die Erklärung der Ausschlagung  angefochten und damit unwirksam gemacht werden. Wesentliche Voraussetzung für eine Anfechtung der Ausschlagung ist, dass dem Erben ein anerkannter Anfechtungsgrund zur Seite steht.Eine Anfechtung ist nur dann möglich, wenn einer der in den §§ 119 und 123 BGB normierten Anfechtungsgründe gegeben ist.Relevant ist dabei vor allem der Anfechtungsgrund in § 119 Abs. 2 BGB. Danach kann man eine erfolgte Ausschlagungserklärung wirksam anfechten, wenn sich der die Ausschlagung erklärende Erbe im Zeitpunkt seiner Erklärung über eine verkehrswesentliche Eigenschaft des Nachlasses geirrt hat.Nicht ausreichend ist die allgemeine Vorstellung des Erben , dass der Nachlass überschuldet sei. Ein solcher Irrtum ist als bloßer "Motivirrtum" regelmäßig irrelevant und wird nicht anerkannt.Der Irrtum muss sich darauf beziehen, dass bestimmte Gegenstände oder Forderungen nicht zum Nachlass gehören bzw. der Erbe muss fälschlicherweise davon ausgegangen sein, dass bestimmte Nachlassverbindlichkeiten tatsächlich bestehen und den Nachasswert verringern.Liegt dies vor, kann der Erbe die Anfechtung seiner Ausschlagung erklären und die Ausschlagung rückgängig machen.

Form und Frist der Anfechtungserklärung

Die Anfechtungserklärung ist binnen einer Frist von sechs Wochen, nachdem der Erbe seinen Irrtum entdeckt hat zu erklären, § 1954 BGB. Innerhalb dieser Frist von sechs Wochen ist die Erklärung der Anfechtung gegenüber dem Nachlassgericht entweder zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form abzugeben, § 1945 BGB., § 129 BGB. Die Anfechtung kann bei einem Notar öffentlich beglaubigt werden. In Rheinland-Pfalz kann auch der Bürgermeister oder Ortsvorsteher der Stadt oder Gemeindeverwaltung eine öffentliche Beglaubigung durchführen.( Landesgesetz über die Beglaubigungsbefugnis)


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Was ist der Pflichtteil und welche Rechte hat ein Pflichtteilsberechtigter? Weitere Informationen und nützliche Musterschreiben finden Sie hier:




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